Die Heilige Sexualität

Was ist denn eigentlich damit gemeint?

Heilige Sexualität ist da, wo die Liebe und echte Hingabe in der sexuellen Vereinigung zwischen Menschen fliessen kann.

Aber wie können wir eine erfüllende Sexualität in der heutigen Gesellschaft finden, die geprägt ist von Scham, Schuldgefühlen, Unwissenheit, kirchlicher Aberglaube etc.?

Sind wir nicht alle von Kindheit an erzogen worden, uns zurückzunehmen, die natürliche Lebendigkeit und erforschende Sexualität zu unterdrücken? Das spielerische Kind, das neugierig den Intimbereich erforscht, Doktorspiele macht und beginnt damit zu spielen und zu fühlen.

Da sind keine Scham, keine Angst und kein unangenehmes Gefühl. Es ist einfach nur schön oder sogar erregend, spannend und entspannend.

Wie war die Reaktion der Eltern als Sie das erste Mal erwischt wurden? Wurden Sie liebevoll abgeholt oder spürten Sie die Scham Ihrer Eltern und fühlten deren Unzulänglichkeit oder abweisende Haltung?

Schauen Sie zurück. Wer kennt das nicht:

Worte wie:“Sei anständig, beweg dich nicht so schlampig, zieh dein Rock runter, was sollen die Nachbarn denken? Um Gottes Willen sei nur nicht freizügig, lustvoll, neugierig auf das Leben, das ist aber nicht anständig!“ Wer wurde wirklich von den Eltern liebevoll ins Frau oder Mann sein eingeführt und entsprechend aufgeklärt? Die natürliche Sexualität ist voller Schönheit und was daraus gemacht wird, ist hässlich. Gefühle, dass etwas nicht in Ordnung ist mit meiner erwachenden Sexualität, werden ins hohe Alter mitgenommen. Verwirrt suchen viele Jugendliche nach Antworten. Die realitätsfremde, pornografisierte Welt gibt den Jugendlichen ein komplett falsches Bild. Sie vermittelt eine leistungsorientierte Orgasmus fixierte Welt. Weit weg von einer nährenden, erfüllenden sexuellen Liebe zwischen Mann und Frau.

Und was nützt jede Aufklärung, Technik und eine freizügige Erziehung, wenn da keine echte verbundene Liebe ist? Und so viele Gefühle der Scham, Unsicherheit und Angst in uns schlummern?

Wär es nicht an der Zeit, einfach mal in der Begegnung wirklich da zu sein und die Gefühle, die aus der Gemeinsamkeit mit dem Partner entstehen, zu fühlen?

Es ist spannend, mit meinem Liebespartner wirklich da zu sein und der reine Ur-schöne-Moment, der so einen Reichtum an Gefühlen mit sich bringt, zu erleben. Einander erzählen, was da ist, wie fühlt es sich an? Sich offen und verletzlich zu zeigen, anstatt Bildern aus dem Kopf nachzujagen. Wie schön wäre es, wenn der junge Mann und die junge Frau eine Liebesschule bekäme in der das liebevolle, achtsame Begegnen gelehrt werden könnte? Wo Grenzen liebevoll wahrgenommen werden und sich beide mit viel Achtsamkeit begegnen dürfen?

 

Das Wesen der Liebe erwacht.

Wenn im Herzen das Wesen der Liebe erwacht und die Lust sich mit der Liebe vereint, wird ein hohes energetisches Liebesmagnetfeld aufgebaut, in dem sich beide nähren und alte Wunden heilen können. Es entsteht eine ausgewogene Balance zwischen Liebe und Lust. Das ist ein passiver Akt. Ganz einfühlsam, offen und präsent in der sexuellen Vereinigung zu sein. Es ist eine nährende Liebe die Paare tief verbinden und beglücken kann. Dabei wird das Liebesfeld immer grösser und der körperliche Zustand ist entspannt, der Mensch gedeiht und ist voller Liebe.

 

Der energetische Liebes- Kreislauf

Die beiden Liebesorgane ziehen sich aufgrund gegensätzlicher Pole an. Der Mann hat den positiven Pol im Penis und die Frau in den Brüsten. Die Liebe der Frau wird in ihren Brüsten geweckt, damit sie sich öffnen und den Mann empfangen kann. Der Mann schenkt seine Liebe vom Penis durch die Vagina zum Herzen der Frau und die Frau gibt ihre Liebe über ihre Brüste zum Herzen des Mannes. Ein Energiekreislauf kann stattfinden und Liebe erzeugen. Darin können verletzliche Gefühle, Lust und andere Körperempfindungen erscheinen, die wie Wellen im Meer kommen, berühren und sich wieder verabschieden.

 

Der Fokus auf die Lust zu setzen, zielt automatisch auf den Orgasmus ab.

Der Orgasmus wird zum Ziel und manchmal mit pornografischen Bildern verstärkt. Somit ist keiner mehr wirklich anwesend. Man verpasst den Moment, der reich ist mit Körperempfindungen. Frau und Mann haben so keine Chance, sich wirklich aufzunehmen und Liebe zu generieren. Deswegen fühlen Paare nach der Befriedigung oft keine Herzensliebe und kein tiefes genährt sein, sondern eher Müdigkeit, aufgebracht sein und Leere. Die Lust und der Orgasmusdruck wird zum belastenden Fokus. Was sich später in verschiedenen körperlichen und emotionalen Beschwerden zeigen kann. Der Körper macht da nicht mehr mit und reagiert mit Lustlosigkeit, Widerstand, mit dem er darauf hinweisen möchte: „Hey, liebe mich!“

 

Darin liegt ein wesentlicher Unterschied;

Sexualität kann durch den Trieb und dem Ziel einer Befriedigung kopfgesteuert werden, oder durch eine wache und achtsame sexuelle Begegnung. Jeder hat die Wahl das zu Erkunden und selbst seine Erfahrungen zu machen. Vor allem nicht ernst, sondern mit Leichtigkeit und Freude damit zu experimentieren.

 

Sexualität wird dann heilig, wenn sie von genug Liebe getragen ist.

Der Schlüssel dazu ist Wach - und Achtsamkeit.